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Transcript - Übertraining ein Mythos?

Definition des Übertrainings

Ja hallo zusammen, hier ist wieder Stefan Corsten von stefancorsten.com, und im heutigen Video geht es um das Thema ‚Übertraining‘ beziehungsweise warum du dich nicht im Übertraining befindest und warum Übertraining wahrscheinlich etwas ganz anderes ist als du es im Moment denkst.

Ja, häufig hört man ja so in den Studios immer, wenn du jetzt deine Brust beispielsweise 3 mal die Woche trainierst, dann ist das Übertraining. Deswegen erst mal überhaupt – was ist Übertraining? Übertraining betrifft nämlich niemals einen Muskel, niemals einen lokalen Teil des Körpers. Ich kann meine Brust oder meine Beine nicht übertrainieren. Ich kann diesen Muskelgruppen zwar zuwenig Regeneration bis zur nächsten Trainingseinheit geben, aber ein Übertraining an sich betrifft immer unser komplettes System, also unseren kompletten Körper, und so sollte ich es auch betrachten.

Existiert Übertraining?

Das Übertraining existiert und ist auch in der Literatur dokumentiert, aber du befindest dich wahrscheinlich nicht im Übertraining, denn Übertraining ist etwas, was vor allen Dingen Spitzensportlern vorbehalten ist, denn ein Übertrainingszustand existiert nur dann, wenn ich meinen Körper über lange lange Zeit, über Jahre, zu viel Stress zumute, ohne ihm einmal die Chance zur Regeneration zu geben. Das heißt, mein Trainingspensum als Hobbysportler müsste schon extrem groß sein, dass ich wirklich von einem Übertraining spreche, und du wirst sehr wahrscheinlich zu den 99,99999% der Zuschauer gehören, die sich nicht im Übertraining befinden.

Übertrainings vs. Overreaching

Wir müssen aber vom Übertraining ganz klar den Zustand des Overreachings unterscheiden, und Overreaching ist ein, ja, man könnte sagen, temporäres Übertraining. Das heißt, eine Akkumulation von Stress ohne eine vollständige Erholung meines Körpers. Und so ein Overreaching, das kann durchaus über einen Zeitraum von 4 bis 8 Wochen stattfinden, und die Sache ist, so ein Overreaching ist überhaupt nichts Schlechtes, sondern ein Overreaching kann ich für meine Ziele sogar nutzen, wenn ich es klug anstelle. Meiner Meinung nach sollte sogar das Ziel eines jeden Trainingsprogramms darin bestehen, den Trainierenden in ein temporäres Overreaching zu versetzen, denn Studien zeigen, dass wenn ich das tue, und meinem Körper danach eine gewisse Regenerationsphase auch wieder gebe, dass mein Körper dann mit einer erhöhten Superkompensation reagiert, das heißt, meine Fitness noch mal wesentlich stärker steigt. Und, ja, schau dir das einfach mal an, wenn du so Mannschaften hast vom Fußball beispielsweise, die ins Trainingslager fahren, auch diese Leute, die haben über einen bestimmten kurzen Zeitraum, haben sie sehr sehr viele Einheiten, die sie absolvieren. Danach hat der Athlet dann eben die Möglichkeit, sich wieder vom Stress zu erholen, und es wird ihm gedankt, indem seine Fitness eben überproportional stark ansteigt. Heißt aber gleichzeitig auch, dein Körper braucht eben auch Erholungsphasen, er braucht sogenannte ‚Deload-Phasen‘.

Nutze strategisches Overreaching für dein Ziel!

Wie du das machst, beispielsweise je nach Trainingsintensität, alle 6 bis 8 Wochen eine Woche einführen, indem du beispielsweise das Volumen einfach mal um 50% komplett nach unten setzt, so dass dein Körper eben auch wieder aufholen kann mit dem ganzen Stress, den du eben angesammelt hast. Dementsprechend ist ein Overreaching nichts Schlechtes. Du wirst dich höchstwahrscheinlich nicht im Übertraining befinden, die Sorge kann ich dir nehmen, und ein Übertraining ist immer etwas Systemisches und bezieht sich nicht auf einen einzelnen Muskel.